Hilla Becher im Interview
Es gibt Momente, ganz wenige, die da im eigenen Leben aufblitzen, in denen man ich denke, etwas verstanden zu haben. Diese Momente sind rar, und vielleicht ist es auch gut so, um den Respekt vor ihnen zu bewahren und sie überhaupt noch als solche erkennen zu können. Ganz, ganz selten kommen diese Momente zusammen, und etwas Großes entsteht.
Mir passierte dies soeben beim Lesen eines sehr langen Interviews mit Hilla Becher, das sich hauptsächlich mit zwei Dingen beschäftigt, die in ihrem Leben kaum trennbar gewesen sind und es auch nie waren: die Arbeit und das private Leben mit ihrem Mann Bernd.
In mir keimte, je mehr ich las, Seite für Seite, immer mehr der Wunsch auf, irgendwann dieses Gefühl selber erleben zu dürfen: die unbedingte, verständnisvolle Liebe einem Menschen gegenüber, ohne ihn wirklich verstehen zu müssen (viele verwechseln verständnisvoll mit Verständnis) sowie der Wille, etwas – und wenn es nur die Arbeit ist – voranzutreiben und auch wirklich abzuschließen zu wollen.
Vielleicht ist beides etwas, das mit dem Alter reifen muss. Aber wahrscheinlicher ist es harte Arbeit.
