Thomas Enders – CEO Airbus
“Der Chef wird nicht sehr oft fotografiert”, so teilte mir einer der vielen, international zusammengewürfelten Airbus-Mitarbeiter mit, die mir im Süden Frankreichs halfen, das Shooting vorzubereiten. Meine Hausaufgaben hatte ich ganz brav gemacht: stundenlang alles über die Geschichte von Airbus gelesen, aktuelle News studiert, mir jeden Artikel von Google ausgeben lassen, der “Thomas Enders” enthielt und hatte am Ende das Gefühl, den Chef von Airbus besser zu kennen als er sich selbst. Nunja. Ich hatte mir also einen Plan zurecht gelegt für die überraschend großzügigen 30 Minuten Zeit, die ich hatte, um im Auftrag eines deutschen Magazins mal andere, irgendwie frischere Bilder von “Major Tom” zu machen, wie ihn viele scherzhaft aufgrund seines Bundeswehr-Hintergrundes und seines oft ruppigen Auftretens nennen. Es kam alles anders. Das komplette, als Gepäck aufgegebene Lichtequipment blieb irgendwo in Europa beim Umsteigen hängen. Mein Stativ, sonst immer mit am Mann (um im Falle des Falles wenigstens sauber nur mit Tageslicht zu arbeiten) auch, denn mein Flug ging ab Tegel – und bei den Hardcore-Securities dort kann man mit einem Stativ im Handgepäck gleich wieder nach Hause gehen. So stand ich also in mediterranen Gefilden mit meinen Kameras, ohne jegliches Blitzlicht und leicht bepackt wie schon lange nicht mehr, aus den angekündigten 30 Minuten wurden ganz schnell die doch eher üblichen 10-15 Minuten, und als ich den PR-Mitarbeitern vor Ort meinen Plan erklärte, den Chef von knapp 52.000 Airbus-Mitarbeitern mit einem winzigen Papierflieger fotografieren zu wollen, erklärten mich alle für verrückt und rieten mir zwei Stunden lang davon ab, das zu versuchen. Wer nicht wagt…










